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Kyoto

Kyoto

Chion-in

Ein Tempel der Superlative. Wo sich der Priester Honen zu Tode fastete, hat die von ihm gegründete Jodo-Schule seit 1234 ein religiöses Zentrum; es ist die ausgedehnteste Tempelanlage Japans. Zwar ist nicht alles alt - das älteste erhaltene Gebäude stammt aus dem 17. Jh. - aber riesig. Schon das zweistöckige Haupttor San-mon ist mit 24 m Höhe das größte im Land, und südöstlich des Tempels hängt, 1633 gegossen, die größte Glocke Japans. Sie wiegt 74 t, und um sie alljährlich zum Geburtstag von Honen am 19. April und zur berühmten Neujahrszeremonie anzuschlagen, bedarf es der Kraft von 17 Mönchen.

Die mächtige Haupthalle aus dem 17. Jh. dominiert der goldene Altar und ein Abbild des Sektengründers Honen. Sie ist durch den berühmten »singenden« Rundgang mit der Versammlungshalle Dai Hojo verbunden: Der Holzfußboden wurde so verlegt, dass bei jedem Schritt ein Quietschlaut entsteht - zum Schutz vor ungewollten Lauschern. Diese Technik war übrigens in Kyoto lange Zeit üblich. März-Nov. tgl. 9-17.40, sonst 9-16.30 Uhr
Daimonji-yama

Von nahezu jedem Platz kann man Richtung Osten am Hang dieses Berges das Schriftzeichen dai, groß, sehen. An jedem 16. August geht es in Flammen auf, um die Seelen der Toten zu ihren Familien zu leiten - eines der wichtigsten Rituale beim O-Bon-Fest. Wer den 5 km langen Aufstieg (gleich hinter dem Ginkaku-ji) nicht scheut, wird mit einem wunderbaren Panoramablick belohnt.

Daitoku-ji

Diese Tempelanlage im Nordwesten Kyotos ist ein bedeutendes Zentrum der Zen-Schule Rinzai, wenn auch ein wenig zu kommerzialisiert. Besuchern zugänglich sind acht der 24 Tempel, darunter der ehrwürdige Haupttempel Daitokūji. Das hier verwahrte Bild des Teemeisters Sen no Rikyu wird von vielen Japanern fast wie eine Reliquie verehrt. Der Meister, 1591 angeblich vom Shogun zum rituellen Selbstmord gezwungen, ist quasi ein Sinnbild der Reinheit.

Der bekannteste Tempel ist aber der Daisen-in, berühmt wegen seines Zen-Gartens. Von der Terrasse aus lässt sich die Spur der Steine und des Kieses verfolgen, der an der Hauptfront einen Ozean bildet, den Fluss des Lebens darstellt oder die Japanische Inlandsee. Auch wer zu tieferer Meditation nicht fähig ist, findet Gefallen an dieser perfekten Komposition aus Geist und Natur. Im Herbst sollte man keinesfalls den kleinen Garten Koto-in versäumen, wo Ahornbäume ihr tiefrotes Laub über altem Moos abwerfen. Kommen Sie unbedingt am Vormittag, das Licht ist dann ideal für wunderbare Fotos. Tgl. 9-16.30 Uhr.

Ginkaku-ji

Ende des 15. Jhs. von einem Shogun als elegante Villa und geheimer Zufluchtsort errichtet, sollte der »Silberne Pavillon« eigentlich mit Blattsilber überzogen werden. Wenn dies auch nicht geschah, gehört diese Garten- und Tempelanlage doch zum Schönsten, was das klassische Kyoto zu bieten hat. Im weitläufigen Park ragen exakt geformte Sandkegel unter stolzen Kiefern auf. Tgl. 8.30-17, Dez.-Mitte März 9-16.30 Uhr.

Gion

In einigen Straßen dieses Geisha-Distrikts scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Am Vormittag, gegen 10 bis 11 Uhr, sieht man hier mit etwas Glück eine Geisha oder eine Maiko vorbei rauschen. An lauen Sommerabenden dringen Shamisen-Klänge und fröhlicher Gesang durch die Bambusvorhänge alter Teehäuser (in die man leider nicht unangemeldet eintreten kann). Nördlich und südlich der Shijo-dori am Ostufer des Kamo-Flusses
Gosho (Alter Kaiserpalast)

Er ist vielleicht nicht die schönste Sehenswürdigkeit, aber weil er für Japaner schwer zugänglich ist, gilt er ihnen als etwas Besonderes. Das heutige Bauwerk, in dem gelegentlich auch Staatsbesucher nächtigen, ist wesentlich kleiner als der 794 errichtete erste Palast und steht an anderer Stelle. Die Anlage ist 11,3 ha groß, wurde 1331 offizielle Kaiserresidenz und nach mehrfachen Bränden 1855 vollständig rekonstruiert. 1868, mit dem Umzug des Kaisers nach Tokio, verlor sie ihre einstige Funktion. Nirgends sonst in Kyoto wird bis heute so viel Wert auf höfische Form gelegt wie hier. So ist das Südtor nach wie vor dem Tenno vorbehalten, das Osttor der Kaiserin und ihrer Mutter. Bei Staatsgästen legt das Protokoll jeden Fall individuell fest. Präsidenten gehen gemeinsam mit dem Tenno. Bei weiblichen Staatsgästen zieht man sich am liebsten so aus der Affäre, dass sie im Wagen durch das Besuchertor im Westen gefahren werden.

Eine 30-minütige Führung zeigt von den 18 Gebäuden die Shishin-Halle, den »Kleinen Palast« Ko Gosho, den Hauptpalast Tsune Gosho und den Teichgarten O-ike-niwa. Die Gebäude werden meist nicht betreten. In der Shinsin-den findet die Thronbesteigung statt: Dort steht der offizielle Kaiserstuhl unter einem Baldachin mit Phönixfigur, davor zwei Gestelle für die Reichskleinodien. Der Ko Gosho enthält drei kleinere Audienzräume mit Blick auf den Landschaftsgarten.

Heian-Schrein

Der um zwei Drittel verkleinerte, orangerote Nachbau des Kaiserpalastes der kunstverliebten Heian-Zeit wurde 1885 zu Kyotos 1100-Jahrfeier errichtet. Durch das rote Tor Otomon gelangen Sie zu der großen Staatshalle Daigokuden, zu den östlichen und westlichen Haupthallen sowie den Pagoden. Dahinter liegt ein großer Teichgarten, in dem - anders als bei den immergünen Zen-Gärten - saisonal blühende Bäume wachsen. Blickfang ist eine chinesisch anmutende Holzbrücke, kombiniert mit einem Pavillon, wie er zur Heian-Zeit als Aussichtsplattform zum Beobachten von Zierfischen zu jeder vornehmen Villa gehörte. So lebt jene Glanzzeit des japanischen Adels in dem Garten symbolisch fort. 15. März-31. Aug. tgl. 8.30-17.30 Uhr.

Hongan-ji

Osttempel (Higashi-Hongan-ji): Auch wenn dieser gewaltige Bau nach einem Großbrand 1895 künstlerisch nur wenig beeindruckend wiederaufgebaut wurde, bietet auch er sein Highlight: ein Seil, das aus den Haaren von weiblichen Anhängern der buddhistischen Schulrichtung Jodo Shinshu - »wahre Lehre vom reinen Land« - geflochten wurde; damit wurde Holz für den Neubau herangeschafft. Religiös stellt der Osttempel seit seiner Gründung 1602 das Zentrum des Otani-Zweiges dieser Sekte dar. Der Shogun Tokugawa Ieyasu fühlte sich durch die Macht der Tempelherren und wohl auch ihre politischen Intrigen derart provoziert, dass er die Teilung durchsetzen ließ, um deren Einfluss durch die Spaltung der Anhängerschaft zu schwächen. Tgl. 6.20-16.30 Uhr

Westtempel (Nishi Hongan-ji): Für die Kyotoer ist klar, dass dieser Tempel der wichtigere ist, denn bei ihm lassen sie die Richtungsbezeichnung Nishi (West) meist gleich weg. Er ist Hauptsitz der buddhistischen Schule Jodo Shinshu mit weltweit über 12 Mio. Anhängern und mehr als 10 000 Tempeln. Auch architektonisch hat diese von Hideyoshi Toyotomi ab 1591 erbaute Anlage viel zu bieten. Die fünf Gebäude des Komplexes werden zu den schönsten Bauwerken der Azuchi-Momoyama-Zeit (1568-1600) gerechnet. Auch wenn die prächtige Haupthalle wegen einer umfangreichen Restaurierung bis etwa 2010 geschlossen ist, lohnen die fantasievollen Bilder, Holzarbeiten und Metallornamente in der Daisho-in-Halle fast ebenso den Besuch. Die Gebäude wurde 1632 vom Fushimi-Schloss des Shogun Hideyoshi hierher überführt. Alle Schiebetüren stammen von Meistern der Kano-Schule. Die Räume sind nach dem jeweiligen Motiv der Malerei benannt. Der »Storchenraum« war das Beratungszimmer des Shogun. Erhalten ist auch die Staatshalle des Fushimi-Palastes, in der der Herrscher badete, Tee trank und ruhte. Tgl. 6-17 Uhr

Kinkaku-ji

»Goldener Pavillon« heißt das meistfotografierte Gebäude Kyotos. In der Tat sind die Wände der zwei oberen Etagen des dreigeschossigen Baus außen mit Blattgold belegt. Er entstand Ende des 14. Jhs. als Altersruhesitz eines Shoguns, der sich jedoch mit 37 Jahren in den Priesterstand zurückzog. An klaren Tagen spiegelt sich der Bau im Wasser des Gartensees und ergibt eine nicht zu übertreffende Komposition aus Blau, Gold und Grün. Besonders schön kommt er zur Geltung, wenn Schnee gefallen ist, aber auch während der herbstlichen Laubfärbung, wenn satte Rottöne das Farbenspiel steigern. Tgl. 9.30-17 Uhr

Kiyomizudera

Ganz früh am morgen tickt das alte Kyoto noch wie vor über 1000 Jahren. Bevor tourende Schulklassen lärmend über den im Jahre 798 gegründeten Kiyomizu-Tempel herfallen, knarren in dem berühmten Gebetshaus der alten Kaiserstadt die alten Holzdielen der Terrasse, duftet es betörend nach Weihrauch, verharren Mönche einsam in stillem Gebet. Die Harmonie zwischen Mensch, Architektur und Natur stimmt besonders, wenn sich Ende November die Ahornbäume tief rot färben und den Rahmen für die schönste Aussicht auf Kyoto bilden. Der Name »Tempelkloster des klaren Wassers« bezieht sich auf den Quell unterhalb der Haupthalle. Er soll Heilwunder vollbringen. Wer Heilung sucht, fängt mit langen Kellen das Wasser auf und gießt es sich über die Hände.

Die von Hunderten von Säulen getragene Holzterrasse ist eines der Wahrzeichen Japans. Von diesem Felsvorsprung zu springen ist im Japanischen die Metapher für »etwas Schwieriges wagen«. Tgl. 6-18 Uhr

Wer rechtzeitig genug kommt, darf auch noch fast ungestört durch die so genannten Teekannenwege pilgern - die vielen kleinen Gassen, die zum Tempel führen und in denen (neben dem obligatorischen Kitsch) die besten Töpferwaren Kyotos angeboten werden.

Die abzweigende Kopfsteingasse Sannenzaka (»Dreijahresweg«) und der anschließende (»Zweijahresweg«) Ninenzaka sind der schönste Geheimtipp am Kiyomizu. Hier kann man bei einer Tasse grünen Tees noch vom alten Japan träumen. Immer mal wieder wird vor historischer Kulisse für eine Werbung auch eine Geisha fotografiert.

Maruyama-Park

Ein Zufluchtsort im hektischen Stadttreiben, wenn auch nicht gerade als Oase der Ruhe. Den Berg hinauf reihen sich alte Kirschbäume, eine beeindruckende Trauerkirsche ist ein Zentrum der Blütenanbeter. Das Rasthaus am Teich bietet neben traditioneller Küche ein romantisches Fotomotiv. Im Südosten steht der Yasaka-Schrein. Er ist ein beliebtes Ziel für den ersten Schreinbesuch in der Silvesternacht oder am Neujahrsmorgen. Ständig geöffnet, Eintritt frei, nahe der Shijo-dori

Nanzen-ji

Der kaiserliche Altersruhesitz wurde Ende des 13. Jhs. in einen der schönsten Zen-Tempel Kyotos umgewandelt und dient heute der einflussreichen Rinzai-Schule als Hauptquartier. In der Tempelhalle kann man erstklassigen Tee trinken und dabei auf den klassischen »Garten des springenden Tigers« schauen. Vom zweiten Stock des gewaltigen Eingangstores San-mon bietet sich ein wunderschöner Blick über die Stadt.

Nijo-Schloss

Aus der Logik der Macht ergibt sich, dass der Sitz des Shogun nicht weit vom Palast entfernt liegt. Anfang des 17. Jhs. ließ Tokugawa Ieyasu die pompöse Anlage errichten, um dem Tenno zu signalisieren, wer das Reich in Wirklichkeit lenkte. Allerdings war sich der berühmte Kriegsherr seiner Herrschaft und Beliebtheit offenbar auch nicht so sicher. So ließ er den Wohntrakt mit aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen ausstatten. Die berühmteste ist das »Nachtigallen-Parkett«: Niemand konnte in dieser Zimmerflucht einen Schritt tun, ohne auf dem Holzfußboden ein zwitscherndes Geräusch zu verursachen. In Geheimkammern lauerten Leibwächter auf Eindringlinge.

Nur Angehörigen des Adels, die sich dem Shogun unterwarfen, war es gestattet, durch das große Tor (Kara-mon) den aus fünf Gebäuden bestehenden Palastteil Ninomaru zu betreten. Heute interessieren hier vor allem die Wandschirme der vierten Kammer (Ohiroma Yon-no-ma) und der Palastgarten, der von dem Landschaftsarchitekten und Teemeister Kobori Enshu geschaffen wurde.

Ninna-ji

Lassen Sie sich nicht abschrecken von den finsteren Gesellen, die als Holzfiguren das kolossale Tor bewachen: Touristen dürfen ungehindert passieren. Eigentlich sollte die im Jahr 888 fertig gestellte Anlage als Palast dienen, wurde aber nur gelegentlich von einem kaiserlichen Prinzen bewohnt. Sie brannte mehrfach ab, wurde verkleinert und ist heute der Haupttempel der buddhistischen Omura-Schulrichtung. Die bestehenden Gebäude stammen aus dem 17. Jh. Vor allem die fünfstöckige Pagode aus dem Jahr 1630 gilt als ein Meisterwerk japanischer Sakralarchitektur. Tgl. 9-16.30 Uhr

Ryoan-ji

Den berühmten Zen-Garten der Rinzai-Schule kennt in Japan jedes Kind, weil keine Schule diesen Ausflug auslässt. Wer eindringen will in die mystische Gedankenwelt der 15 scheinbar zufällig verstreuten Felsen im sorgsam geharkten Terrain, sollte unbedingt früh bei Toresöffnung da sein. Angelegt wurde der Garten bereits 1450, aber niemand weiß genau, wer der Schöpfer war und was er damit aussagen wollte. Das Geheimnis des Gartenkunstwerks muss jeder Besucher für sich entschlüsseln. Tgl. 8-17 Uhr

Der Name dieses 1164 von Kaiser Goshirakawa errichteten, nach einem Brand 1266 wieder originalgetreu aufgebauten Tempels bedeutet »33 Säulenzwischenräume«. Das hohe Gebäude ist entsprechend lang. Sein Inneres birgt 1001 Statuen der Kannon, der buddhistischen Göttin der Barmherzigkeit. Beherrschendes Standbild ist eine tausendarmige Senju Kannon in der Mitte, flankiert von jeweils 500 der anderen Figuren. Tatsächlich zählt man nur 40 Arme. Nach buddhistischer Vorstellung rettet jeder Arm der Kannon jedoch 25 Welten, sodass man auf 1000 kommt. Etwas im Halbdunkel verschwinden im hinteren Teil der Halle 28 Wächterfiguren in teils bedrohlich wirkenden Posen.

Am 15. Januar findet hier alljährlich das Toshiya-Fest statt, ein traditioneller Wettkampf von Bogenschützen, die von der Galerie an der Westseite aus durch die Halle schießen. Die Idee stammt aus der Edo-Zeit (1600 bis 1868): Um die Tüchtigkeit und Wehrkraft der Schützen zu messen, galt es, innerhalb von 24 Stunden möglichst viele Pfeile zum anderen Hallenende zu jagen. Der Rekord wurde 1686 mit 8000 Pfeilen erzielt, die die Nordwand erreichten.


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