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Japan


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Eigentlich wollte ich gar nie nach Japan.. Nachdem ich aber an der Sprachschule in Perth viele Japaner kennengelernt hatte, wurde mein Interesse an diesem Land geweckt und zudem ermunterten mich meine japanischen Klassenkameraden, sie doch während meiner Reise zu besuchen. Da solche Kontakte in der Regel irgendwann versanden und ich nicht weiss, wann ich das nächste Mal soviel Zeit zum Reisen haben werde, war der Entscheid schnell gefällt!



Juni ist so etwas wie die Regenzeit in Japan (ausser der nördlichsten Insel Hokkaido) und so empfing mich die Region um Tokyo mit feucht-nassem Wetter. Trotzdem hatte ich den Eindruck, in einem "warmen" Land angekommen zu sein, da die Japaner extrem freundliche und hilfsbereite Menschen sind. Hat man eine Frage, gibt es nur selten ein "sorry, I don‘t know". Normalerweise wieselt der Gefragte umher, bis er irgendwo die Antwort organisieren kann, auch wenn er dafür seinen Arbeitsplatz für kurze Zeit verlassen muss. Für diese Hilfsbereitschaft ist man aber auch dankbar, da man in diesem Land grundsätzlich als eine Art Analphabet in die Gegend schaut! Nur an mittleren und grösseren Bahnhöfen sowie an Flughäfen sind Angaben in romanischen Lettern oder gar in englischer Sprache zu finden. Ausserhalb dieser Gebäude ist alles in Kanji, Hiragana und Katakana angeschrieben. Kanji entspricht den chinesischen Schriftzeichen, die aber durch Hiragana und Katakana ergänzt wurden, um auch typisch japanische Ausdrücke (in Hiragana) und fremdländische Namen (in Katakana) schreiben zu können. Kurzfristige Übersetzungsversuche meinerseits blieben leider erfolglos, da das ganze zu kompliziert ist, um innert nützlicher Frist den Überblick zu gewinnen. Die Menüwahl in den Restaurants reduzierte sich deshalb auf das Bewundern der faszinierenden Schriftzeichen, frei nach dem Motto, eine mit malerischen Zeichen beschriebene Speise muss auch gut schmecken! Na ja - dieser Auswahlmethode war nicht immer Erfolg beschieden, doch im Grossen und Ganzen wird mir dieses Land in dieser Hinsicht in positiver Erinnerung bleiben. Die japanische Küche ist eher leicht, im Gegensatz zu Thailand sehr mild und besteht historisch gesehen vor allem aus Reis, rohem Fisch und rohem Fleisch. Mit dem rohen Fisch hatte ich grundsätzlich keine Probleme, mit dem rohen Fleisch hingegen eher; insbesondere das rohe Hühnerfleisch wollte mir nicht ohne Widerstand die Kehle herunterrutschen.. Glücklicherweise hat sich aber auch die japanische Küche über die Jahre verändert und so gibt es heute Fisch, Fleisch und Tofu auch gebraten und gebacken usw. Das Bild zeigt ein japanisches Frühstück mit Tee, Miso-Suppe, Reis, getrocknetem Seegras, etwas Gemüse mit Sojasauce und, wie heutzutage üblich, oft ergänzt mit einem Ei und ein wenig Fleisch. Gegessen wird mit Chopsticks, wobei insbesondere das Zerteilen des Ei‘s für Ungeübte eine Herausforderung darstellt.



Japan ist anders als der Rest der Welt. Wohl auch ein Grund, warum dieses Land für uns eine durchaus interessante Reisedestination ist. Abgesehen von viel Geschichte und einer eigenen Kultur waren es manchmal auch nur Details, die mich in Erstaunen versetzten: Japaner sind sehr gepflegte Leute und auch deren Häuser zeigen meistens die entsprechende Reinlichkeit. Deshalb gilt es beim Betreten eines Privathauses (oder auch in speziellen Bereichen von Restaurants) die Schuhe auszuziehen und in bereitliegende Finken zu schlüpfen. Sucht man die Toilette auf, findet man am Eingang spezielle Toilettenschlüpfer. Die Herausforderung besteht nun darin, diese, nach der erleichternden Tätigkeit, wieder gegen die normalen Hausfinken zu tauschen, will man sich nicht zum Gespött des Hauses machen! Die meisten Toiletten besitzen einen Spülkasten, in dessen Deckel ein kleines Lavabo integriert ist. Beim Spülen des WC‘s ergiesst sich Wasser aus einem kleinen Hahn in das Lavabo, welches nachher in den Spülkasten fliesst. Eine gute Idee, um das Wasser sinnvoll zu nutzen. Wenn kümmerts, ob das Spülwasser wirklich ganz frisch ist?



Das Eisenbahnnetz Japans geniesst Weltruf. Einerseits natürlich, weil es sehr dicht ist und die Japaner stolz darauf sind, dass die Züge nicht nur auf die Minute, sondern fast auf die Sekunde pünktlich sind und andererseits, weil sie zusätzlich über ein gutes Netz an Shinkansen-Zügen besitzen: Diese japanischen TGV‘s durchqueren das Land mit Tempi von 250 bis knapp 300 km/h und stellen deshalb eine gute Alternative zum Flugzeug dar. Zu meinem Erstaunen sassen alle Passagiere in diesen Zügen in Fahrtrichtung und ich fragte mich, ob auf dem Rückweg alle gegen die Fahrtrichtung mitfahren müssen. Doch weit gefehlt: Alle Sitze der Shinkansen (und auch der meisten anderen Schnellzüge) sind mit Drehschemeln ausgerüstet, so dass diese bei Bedarf gedreht werden können. Wenn bei einem Zwischenstopp alle Reisenden aufstehen, ist dies folglich noch kein Grund zur Besorgnis: Die Leute drehen nur ihre Sitze, weil der Zug offensichtlich in der Gegenrichtung wieder losfahren wird..
Wartet man auf einem Perron auf einen Zug, finden sich über Kopf Angaben, welcher Wagen an dieser Stelle halten wird und auf dem Boden Markierungen, wo die Türen sein werden. Die Menschen stehen deshalb schon vor Eintreffen des Zuges an den entsprechenden Stellen Schlange - und siehe da, wenn der Zug einfährt und anschliessend stoppt, stehen die Türen tatsächlich exakt vor den entsprechenden Markierungen..



Seit dem Giftgasanschlag vor ein paar Jahren in der U-Bahn von Tokyo wurden vielerorts die Abfalleimer entfernt. Obschon es nun schwierig ist, seinen Abfall irgendwo ordnungsgerecht zu entsorgen, ist Japan extrem sauber (die Leute nehmen ihren Abfall nach Hause); Herumliegender Abfall ist sehr selten zu entdecken und auch versprayte Züge, Mauern und Baustellenabschrankungen sind kaum zu sehen. Nachdem ich die Disziplin, den Wille und die Sauberkeit der Japaner erfahren durfte, bin ich nicht mehr erstaunt, dass japanische Produkte meist von guter Qualität sind. Umso erstaunlicher wirkt die Tatsache, dass das "Hightech-Land" Japan für ausländische Touristen relativ schlecht gerüstet ist: Die Suche nach Bargeld kann sogar in grösseren Städten zu einem Spiessrutenlauf werden, da die meisten Bankomaten nur für lokale Bankkarten ausgelegt sind. Ist man schliesslich fündig geworden, kann man trotzdem mittellos dastehen, da viele Geräte nur während der Bürozeit zugänglich sind! Erschwerend kommt hinzu, dass die Japaner ein Bargeldvolk sind: Das Bezahlen mit Kreditkarte ist meist nicht möglich. Im Gebiet von Nagano wurden für die Olympischen Winterspiele 1998 die meisten Läden, Restaurants, Hotels usw. mit Kartenlesern ausgerüstet und das Bezahlen mit Kreditkarte galt, zumindest in diesem Gebiet, als "eingeführt". Erstaunlicherweise sind aber die Geräte seither wieder verschwunden und man lebt auch dort wieder nach dem Motto: Nur Bares ist Wahres..
weiterlesen kann man auf meiner homepage http://www.flueger.info/asia/japan1.htm


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